Eine Bilderwand scheitert selten am Geschmack. Sie scheitert an zwei Zentimetern zu viel Abstand, an einer fehlenden gemeinsamen Linie oder daran, dass mitten in der Anordnung ein Motiv hängt, das alle anderen erschlägt. Die guten Nachrichten: Das sind lösbare Probleme, und man kann sie vorher auf dem Fußboden klären.
Wie viele Bilder?
Drei bis fünf für den Anfang. Zwei wirken wie ein Versehen, ab sechs braucht es eine klare Ordnung, sonst wird es unruhig. Eine ungerade Anzahl fällt leichter, weil sie automatisch eine Mitte hat, an der sich alles ausrichtet.
Für die Fläche gilt dieselbe Regel wie beim Einzelbild: Die gesamte Gruppe – nicht das größte Einzelbild – sollte etwa zwei Drittel so breit sein wie das Möbelstück darunter. Über einer 180 cm breiten Kommode ergibt das eine Gruppe von rund 120 cm Gesamtbreite.
Der Abstand: 5 bis 8 Zentimeter
Das ist die wichtigste Zahl. Enger als fünf Zentimeter verschmelzen die Bilder zu einer Fläche, weiter als acht zerfällt die Gruppe in Einzelteile. Wichtig ist vor allem: überall derselbe Abstand. Unregelmäßige Zwischenräume sind der häufigste Grund, warum eine Bilderwand nach Zufall aussieht.
Bei kleinen Formaten unter 30 × 20 cm darf man auf vier Zentimeter heruntergehen, bei großen Formaten über 75 cm ruhig auf zehn.
Drei Anordnungen, die funktionieren
Die Mittelachse
Alle Bilder teilen sich eine gedachte waagerechte Linie durch die Mitte. Formate dürfen unterschiedlich sein, oben und unten darf es ungleichmäßig aussehen – die Mittellinie hält alles zusammen. Das ist die verzeihendste Variante und die richtige, wenn die Motive sehr verschieden sind.
Das Raster
Gleiche Formate, gleiche Rahmen, gleiche Abstände, in Reihen und Spalten. Wirkt ruhig und sehr aufgeräumt, verlangt dafür Präzision: Hier fällt jeder schiefe Nagel auf. Ideal für Serien – etwa vier Motive derselben Familie oder eine Reihe von Jahreszahlen.
Der Block
Die Gruppe füllt ein gedachtes Rechteck, innen dürfen die Formate frei liegen. Außen bleibt die Kante gerade, innen wird variiert. Das ist die lebendigste Variante und braucht am meisten Vorarbeit – lohnt sich, wenn viele kleine Formate dabei sind.
Der Trick mit dem Papier
Bevor der erste Nagel in die Wand kommt: Schneidet die Formate aus Zeitungspapier oder Packpapier aus und klebt sie mit Kreppband an die Wand. Das dauert zwanzig Minuten und beantwortet alle Fragen, die man sonst mit Dübellöchern beantwortet.
Danach ein Foto vom Ergebnis machen und einen Tag liegen lassen. Was am nächsten Morgen noch stimmig aussieht, stimmt auch in einem Jahr noch.
Auf welcher Höhe?
Die Mitte der gesamten Gruppe gehört auf etwa 145 bis 150 cm – Augenhöhe eines stehenden Erwachsenen, so hängen es Museen. Über einem Sofa oder Sideboard darf es tiefer sein: dann etwa 25 bis 30 cm Abstand zur Möbelkante, weil dort im Sitzen geschaut wird.
Ein häufiger Fehler ist, sich an der Decke zu orientieren. Räume haben unterschiedliche Höhen, Augen nicht.
Rahmen: einer oder viele?
Wer sich unsicher ist, nimmt für alle Bilder denselben Rahmen. Eine Bilderwand hält zwei Variablen aus, nicht drei: Wenn die Motive unterschiedlich sind und die Formate auch, sollte wenigstens der Rahmen gleich bleiben.
Umgekehrt gilt: Bei einheitlichen Formaten und verwandten Motiven darf man mit Rahmenfarben spielen – schwarz und weiß gemischt wirkt dann bewusst und nicht zufällig.
Was gut zusammen funktioniert
Eine Bilderwand braucht eine Klammer. Das kann eine Farbe sein, die in allen Motiven vorkommt, ein gemeinsames Thema – etwa alle Kinder der Familie – oder eine durchgehende Bildsprache, wenn alle Motive im selben Stil gestaltet sind.
Was selten funktioniert: ein Foto neben einem Textmotiv neben einer Stadtkarte, alle in unterschiedlichen Farbwelten. Dann sieht man drei Einzelbilder, die zufällig nebeneinander hängen.
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Passende Motive
Motive, die sich gut zu mehreren kombinieren lassen:
- Mama-Motiv – Ausgangspunkt vieler Gruppen
- Zusammen seit – Datum – als ruhiger Gegenpol zu Fotomotiven
- Du & Ich – gleiche Bildsprache, anderes Motiv
- Herzhand – funktioniert klein und ergänzt größere Formate
Motive, die eine ganze Familie zeigen
Für die Mitte einer Bilderwand eignen sich Motive, die alle zusammen zeigen statt einzelner Porträts.
- Poster Familie Wegweiser – Ein Straßenschild, das zu den Menschen weist, die zählen.
- Poster Family Tree – Der Familienbaum mit Ästen, Wurzeln und allen Namen.
- Wandbild Unsere gelbe Familie – Die ganze Familie im Zeichentrickstil, samt Vorstadtstraße im Hintergrund.